Deutsche Polizei

Landesjournal 10/2000

GdP bei SPD-Fraktion und Innenminister

Frauenquote

Ich schwöre Treue

Mitarbeitergespräche

Neuer Vorstand gewählt

Beihilfen für Tarifbeschäftigte

50 Jahre Bereitschaftspolizei

Personelle Veränderungen

Bepo hoch belastet

Aus dem HPRP

Neubau Verdienst der GdP

SPD-Mitglieder besuchen die PD Mainz

Systemtechniker

Tennisturnier

Positives Menschenbild erforderlich



 

 

 

 
  Landesjournal Oktober 2000

Deutsche
Polizei
Zeitschrift der Gewerkschaft der Polizei, Landesteil Rheinland-Pfalz


  GdP bei SPD-Fraktion und Innenminister

Die Personalentwicklung der rheinland-pfälzischen Polizei und deren Auswirkung auf die Ausbildungseinrichtungen waren zentrale Themen der Gespräche, die die Kollegen Der Landesvorsitzende, Ernst Scharbach und Thomas Will mit dem parlamentarischen Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion, Kollegen Karl Peter Bruch und mit Innenminister Walter Zuber führten.
Weiter wurden aktuelle Probleme, z.B. Kleidergeld für die Kripo und “Mietzahlungen” der an der FHöV studierenden, ledigen Aufstiegsbeamten erörtert, darüber haben wir mit Flugblatt berichtet.

1995 - 2005
Zur Erinnerung: Bereits am 20. März 2000 hatte die GdP bei Minister Zuber Alarm geschlagen (siehe Ausgabe Mai 2000). Durch die Einstellungspraxis der vergangenen Jahre , die - ohne Rücksicht auf die tatsächlichen Ruhestandsversetzungen und die Vereinbarungen zur Harmonisierung mit jährlich 246 Einstellungen - seit 1997 fiskalbezogen nur jeweils 146 Einstellungen realisierte, ist die Zahl der Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten zwischen Ende 1995 und Ende 1999 von 9.432 auf 9.024 gesunken.
Die in diesem und dem nächsten Jahr vorgesehenen Einstellungen werden - wegen der regulären Ruhestandsversetzungen und der Ausbildungsdauer - bis 2005 eine weitere Reduzierung auf 8.749 und damit weit unter den Stand von 1991 verursachen - unvermeidbar.

2005 - 2020
Die Zahl der regulären Ruhestandsversetzungen steigt nach 2005 sprunghaft an und würde - nur zur Wahrung des Personalstandes - für 15 Jahre weit über 400 Einstellungen - in der Spitze über 500 in einem Jahr- erforderlich machen. Dies ist nach unserer Auffassung bei ab 2006 zurückgehenden Schulabgängerzahlen am Ausbildungsmarkt nicht mit der notwendigen Qualität zu realisieren und würde auch die Kapazität der Fachhochschule deutlich übersteigen. Das ist so nicht hin zu nehmen.

Konsequenzen
Das aufgezeigte Debakel in der Personalentwicklung ist nur zu vermeiden, wenn so schnell wie möglich das 1995/96 formulierte Prinzip der harmonisierten Einstellungsplanung wieder aufgenommen wird. Dabei muss auch für vorzeitige Ruhestandsversetzungen und familienpolitiAsche Beurlaubungen Vorsorge getroffen werden. Daraus rechnet sich ein ab 2002 zu realisierender Einstellungsbedarf, der die Kapazität der FHöV bereits mehr als auslastet. Das schafft neue Probleme. Es wird klar, dass es nicht ausreicht, nur an einem Symptom “herum zu doktern”. Gebraucht wird ein in sich schlüssiges, umfassend zielgerichtetes und auch finanzierbares Gesamtkonzept, das
* die Personalstärke der Polizei dauerhaft sichert - auch durch Einsatz von Tarifbeschäftigten-
* die Einsatzstärken der operativen Einheiten der Polizei trotz der Personalentwicklung bis 2005 schnell verbessert
* mit einer Anpassung der Ausbildung, Strukturveränderungen beim Bewährungsaufstieg und einer auf die Strukturentwicklung abgestellten Beförderungskonzeption für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Polizeidienst berufliche Perspektiven verankert, u.a. die Realisierung der zweigeteilten Laufbahn in vertretbarer Frist gewährleistet.
Die Auslastung der FHöV durch Kommissaranwärterinnen und -anwärter erfordert eine Neugestaltung der Aufstiegsausbildung für die bereits im Dienst stehenden Kolleginnen und Kollegen. Es erscheint sinnvoll, auf die bisher vermittelten Lerninhalte und die erworbene Berufserfahrung aufbauend, einen Lehrgang zu konzipieren, der zu einem dem Fachhochschulabschluss gleichwertigen Bildungsstand führt. Im Nebeneffekt wären hierdurch und durch die Auslagerung der Fortbildungsmaßnahmen die Standorte der Bereitschaftspolizei mit ihren Serviceeinrichtungen zu sichern. Angelehnt an das Hauptstudium könnte ein solcher Lehrgang incl. der Praktika etwa ein Jahr dauern. Dieses würde die Ausbildungsbelastungen der Behörden und Einrichtungen erheblich reduzieren und zum Ausgleich des bis 2005 andauernden Personalschwundes beitragen. Parallel dazu müssen Teile des derzeit polizeilichen Auftrages (Objektschutzmaßnahmen, Amtshilfe für Ausländer- und andere Behörden u.a.) überprüft, ggf. privatisiert oder -ganz oder teilweise- auf Tarifkräfte übertragen werden.

Wie weiter?
Die GdP hat ihren Gesprächspartnern ein solches Konzept vorgeschlagen. Es wird eine - auch politisch - gewaltige Kraftanstrengung nötig sein, dieses zu realisieren. Dazu werden alle verantwortlichen Kräfte gebraucht. Die Gewerkschaft der Polizei wird deshalb die notwendigen Verhandlungen unverzüglich in die Wege leiten, damit noch vor der Landtagswahl klar wird, wohin der Weg führt. Wir beabsichtigen, Gespräche mit dem Finanzminister und mit dem Ministerpräsidenten, sowie mit den Landtagsfraktionen zu führen und - nach der Beschlussfassung in den Gremien der GdP - von den im Landtag vertretenen Parteien eine verbindliche Aussage für die nächste Legislaturperiode zu fordern.
Sowohl Karl Peter Bruch, als auch Innenminister Walter Zuber teilen unsere Auffassung, dass es unerlässlich ist, eine politische Entscheidung über die zukünftige Personalstärke herbei zu führen, die nach der Auffassung des Ministers keineswegs den Stand vom 01.08. 2000 unterschreiten darf. Sie haben die GdP in ihrem oben beschriebenen Vorhaben bestärkt und wollen uns unterstützen.
Der Landesvorsitzende


  Frauenquote

In der letzten Ausgabe erschien ein Leserbrief der Gleichstellungsbeauftragten der Polizeipräsidien Trier und Westpfalz unter der Überschrift "Frauenquote". Wie erwartet, erreichten uns einige Zuschriften mit der Bitte, diese ebenfalls zu veröffentlichen. Wir bitten um Verständnis, dass uns dies aus Platzgründen nicht möglich ist. Statt dessen haben wir die Beiträge in unser Diskussionsforum im Internet unter http://www.gdp-rp.de eingestellt. Ein Trost für alle, die noch nicht "drin" sind: Wir werden alle Beiträge auch unter http://in01srd1/gdp/gdp-land im Intranet der Polizei Rheinland-Pfalz veröffentlichen!


  Ich schwöre Treue

Auf dem historischen Roßmarkt der Stadt Alzey wurden am 28. August 2000, 153 Polizeikommissaranwärterinnen und -anwärter in Anwesenheit etlicher Politiker, zahlreicher (auch ehemaliger) Führungskräfte der rheinland-pfälzischen Polizei, sowie Kolleginnen und Kollegen aus Frankreich und Russland auf Grundgesetz und Landesverfassung vereidigt. Unser eigenes Motto, “Polizei für Bürger, Bürger für Polizei” hätte gut gepasst, denn die Alzeyer Bürgerinnen und Bürger nahmen großen Anteil an der Veranstaltung und drängten weit in die angrenzenden Straßen hinein.

Polizei für Bürger, Bürger für Polizei
Der Chronist hatte nach der sehr stimmungsvollen Veranstaltung Gelegenheit, mit Vereidigten, Eltern, Freundinnen, Unbeteiligten und Kolleginnen und Kollegen der Polizei zu sprechen. Die Auswahl der Gesprächsteilnehmer war eher zufällig, die Antworten erheben also keinen Anspruch darauf, eine allgemeingültige Auffassung zu repräsentieren.
So gefiel einer Mutter die Verbindung von Kirchlichem und Weltlichem, wie es im ökumenischen Gottesdienst in der Alzeyer Nikolaikirche zum Ausdruck gekommen sei, “egal, wie man zur Kirche stehen mag”. Einer Gruppe Kolleginnen/Kollegen, die ihre Vereidigung schon ein paar Jahre hinter sich hat, war der “Auftrieb” der zu Vereidigenden zu unordentlich: “Wir sind damals in Wittlich noch aufmarschiert, mit ‚Abteilung Halt! Und liiiinks um! Das hat viel besser ausgesehen. Auch die Eidesformel kam damals ganz anders.....Sicher ist vor Jahren diesbezüglich manchmal übertrieben worden - aber heute fehlt doch irgendwie etwas.”
Der Chronist fühlt sich schuldig - schließlich war es doch die Gewerkschaft, die seinerzeit verkündete, dass die Formalausbildung doch bitte schön etwas zurückgenommen werden soll, damit mehr Zeit bleibt, etwas Gescheites zu lernen.......sollten wir Fehler gemacht haben?

Bürgernahe Polizei
Bei den Vereidigten selbst ist die Auffassung hierzu eher durchwachsen, schwankt zwischen “Ja, das hätte vielleicht besser ausgesehen” über “Gott sei Dank, dass das abgeschafft ist” bis “wir wollen doch eine zivile, bürgernahe Polizei, oder?” Ein Verantwortlicher klärt mich schließlich auf: “Wir hatten vor, sehr geordnet aufzutreten, aber es war dafür einfach zu eng.” Na also!
Das Landespolizeiorchester hatte es einer Mutter besonders angetan. Die hätten so schön gespielt, insbesondere “Ich bete an die Macht der Liebe” hatte ihr Gemüt getroffen und in der Tat hätte kein anderes Lied die leicht melancholischen Schwingungen so vollkommen aufnehmen und weiter tragen können, die die gerade zuvor beendete Rede von Herrn Staatsminister Walter Zuber erzeugt hatte.

Hohes Ansehen der Polizei
Für den Chronisten erstaunlich, wie viele der Gesprächspartner sich nachher gerade mit dieser Rede auseinander setzten. Minister Zuber hatte auf das hohe Ansehen hingewiesen, das die Polizei in Deutschland bei der Bevölkerung genießt, war auf die profunde Aus- und Weiterbildung eingegangen, hatte sein Versprechen wiederholt, die Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten mit Schutzwesten auszustatten, sobald die Industrie eine mit Schuss- und Stichschutz dauerhaft tragbare Weste entwickelt habe, und verkündete unter dem Beifall der Anwesenden den Leitsatz des Leitbildes der Polizei: “Dienst für und mit dem Bürger”. Einen weiten Teil der Rede widmete Minister Zuber der von rechten Gewalttätern ausgehenden Gefahr, er zitierte Berthold Brecht (“Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch) und forderte den Einsatz aller demokratischen Kräfte in Politik und Gesellschaft, damit niemand - ganz gleich welcher Kultur er angehört - in Angst hier leben muss. Wieder unter Beifall zitierte er das Grundgesetz, das eben nicht verfüge, die Würde aller Deutschen sei unantastbar, sondern die Würde aller Menschen.

"Die vielen Gewalttaten gegen Polizisten lassen mir schon die Knie zittern"
Natürlich wollten viele Freundinnen, Freunde, Mütter und Väter wissen, wie das denn jetzt mit den Schutzwesten sei. “Die vielen Gewalttaten gegen Polizisten lassen mir schon die Knie zittern”. Den stärksten Nachhall erzeugten aber die Aussagen zum Rechtsextremismus. Das wurde als Wahlkampf abgetan, es wurde für gut befunden, es sei ein wichtiges Wort im richtigen Moment gewesen und: “So richtig und wichtig das war, man darf die jungen Leute nicht nur beschimpfen - man muss auch nach den Ursachen schauen und dort ansetzen.”

"Wir verdanken den Polizeibeamten eine Menge von Frieden in diesem Land"
Zum Schluss seiner Rede zitierte Minister Zuber seinen Kollegen, Bundesinnenminister Otto Schily: “Wir verdanken den Polizeibeamten eine Menge von Frieden in diesem Land.” Der Chronist ist geneigt zu ergänzen: “Dann sollte er den Polizistinnen und Polizisten nicht 0,6% als Gehaltserhöhung anbieten!”
Der Landesvorsitzende


  Mitarbeitergespräche

Nun ist es soweit, in Zukunft wird es einmal jährlich ein Mitarbeitergespräch zwischen Mitarbeiter/in und unmittelbarem Vorgesetzten geben. Der Hauptpersonalrat der Polizei hat in der Sitzung im Juli 2000 einer derartigen Einführung zugestimmt.
Was heißt das eigentlich: “Mitarbeitergespräch”?
Hat die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter einer Behörde nicht das ganze Jahr die Möglichkeit, Gespräche mit ihrem/seinem Vorgesetzten zu führen? Oder ist das nur wieder ein neues Schlagwort, um die Bediensteten zu verunsichern? Nein, zukünftig hat der/die Mitarbeiter/in gleichwohl auch der Vorgesetzte mit Hilfe eines Gespräches die Möglichkeit, die Zusammenarbeit zu verbessern und dadurch auch positiv das Arbeitsergebnis zu verändern. Für eine moderne zukunftsorientierte Personal- und Organisationsentwicklung ist es von großem Nutzen, ein solches System einzuführen. Nun, für das Tarifpersonal im öffentlichen Dienst ist dies wohl Neuland, aber die beamteten Mitarbeiter/innen haben bereits im Zusammenhang mit der Erstellung von Beurteilungen schon Ähnliches erfahren. In der Großindustrie bestehen bereits seit Jahrzehnten solche Instrumentarien, die sich für alle (AN und AG) bewährt haben.
Eine Arbeitsgruppe mit dem Namen Kommission “Innere Führung” (KIF) hatte den Auftrag von ISM, einen Leitfaden für ein “Mitarbeitergespräch” zu entwickeln. Dabei wurden nicht nur eigene Erfahrungen eingebracht, sondern vergleichbare Systeme aus der Privatwirtschaft wurden analysiert und ggf. verwertet. Resultat ist ein Leitfaden zur Vorbereitung und Durchführung von Mitarbeitergesprächen für Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und Vorgesetzte. Ob das Mitarbeitergespräch Überlebenschancen hat, nun ja, es hängt nicht nur von den Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen ab. Vor allem müssen die Durchführenden (Vorgesetzten) überhaupt in der Lage sein, derartige Gespräche führen zu können. Es ist wohl noch kein Meister vom Himmel gefallen, aber es bedarf doch einigen Fingerspitzengefühls bei einer solchen Durchführung. Spätestens nach einigen Jahren wird sich herauskristallisieren, ob die Maßnahme erfolgversprechend ist, geben Sie, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, den Mitarbeitergesprächen eine Chance.
Wolfgang Kretzschmar


  Neuer Vorstand gewählt

Die Mitglieder der Kreisgruppe Mainz wählten ihren langjährigen Kreisgruppenvorsitzenden Rudolf König erneut für weitere zwei Jahre. Damit ging für den erfahrenen Gewerkschafter ein großer Wunsch in Erfüllung, die Kreisgruppe bis zu seiner Ruhestandsversetzung zu führen. König will mit Engagement die Mainzer Bepo-Kreisgruppe in den bevorstehenden Personalratswahlen im nächsten Jahr überzeugt darstellen. Weitere Zielsetzung für den neu gewählten Kreisgruppenvorstand ist die Optimierung verschiedener personeller, organisatorischer und technischer Maßnahmen im Hechtsheimer Standort der Bereitschaftspolizei. Auch die Betreuung der GdP-Mitglieder in der Kreisgruppe ist ein weiterer Schwerpunkt für die zweijährige Amtszeit.

Die Mitgliederversammlung nahm zustimmend zur Kenntnis, dass die Kasse gut gefüllt und sehr korrekt geführt ist. Rudi König berichtete aus den letzten beiden Jahren über die gewerkschaftlichen Aktivitäten. Teilnahmen an GdP-Demonstrationen, Verbesserungsvorschläge zur Objektschutzmaßnahme “Türkisches Generalkonsulat”, Beteiligung am GdP-Bepo-Forum der Bezirksgruppe Bereitschaftspolizei sowie Angebote zur Freizeitgestaltung wurden initiiert. Kritik übte König hier an der schwachen Besucherresonanz, insbesondere bei den Freizeitangeboten. Gewerkschaftliche Beratungen wurden speziell vor den beiden Ernennungsterminen 1999 und 2000 notwendig. Gewerkschaftlicher Rechtsschutz wurde in einer Reihe von Fällen gewährt.
Die Versammlung erteilte Entlastung und wählte die weiteren Vorstandsfunktionen. Gleichberechtigte Stellvertreter von Rudi König sind Sandra Reisch, Hans-Joachim Fischer und Klaus-Dieter Bernhard. Die schriftlichen Arbeiten werden von Werner Hardt und Gerda Baran übernommen. Die Kassengeschäfte führt wiedergewählt Romuald Musseleck. Seine Vertretung garantiert Hans-Jürgen Kirst. Zu Beisitzern und Vertrauensleuten wurden Franz Zils, Jürgen Jungblut, Kurt Freudenreich, Josef Kloh und Dieter Kronauer gewählt. Die Frauengruppe vertritt Sandra Reisch und die Junge Gruppe wird Melanie Klein in der Kreisgruppenarbeit darstellen. Wolfgang Hambach und Heinz Merschel prüfen mit Argusaugen die Kasse.
Versammlungsleiter Thomas Will konnte ohne Probleme nach den Wahlen zur Vorstandsbildung die Abstimmungsprozesse für die Kandidatinnen zu den Vorschlagslisten der Personalratswahlen (Hauptpersonalrat, Allgemeiner Personalrat und Personalrat bei der Bepo) durchführen.
Hermann-Josef Barz informierte anschließend über neue Angebote des Polizeisozialwerkes Rheinland-Pfalz. Diese Infos wurden durch GdP-Sekretär Thomas Will abgerundet. Personalentwicklungen in der rheinland-pfälzischen Polizei und deren Auswirkungen sowie gewerkschaftliche Ansatzpunkte zu Verbesserungsvorschlägen, bildeten die Grundlage für eine anschließende Diskussionsrunde.
Kreisgruppenmitglied Reinhart Roth wurde für 25-jährige GdP-Zugehörigkeit durch den Bezirksgruppenvorsitzenden der Bepo, Helmut Knerr, geehrt.


  Beihilfen für Tarifbeschäftigte

Die Beihilfenverordnung (BVO) regelt die Gewährung von Beihilfen des Dienstherrn in Krankheits-, Geburts- und Todesfällen sowie bei bestimmten Vorsorgeuntersuchungen, Schutzimpfungen, Empfängnisregelung und nicht rechtswidriger Sterilisation bzw. Schwangerschaftsabbruch. Beihilfen sind Hilfeleistungen im Rahmen der beamtenrechtlichen Fürsorgepflicht des Dienstherrn.
Beihilfeberechtigt sind neben der/dem im öffentlichen Dienst Beschäftigten auch der Ehepartner und berücksichtigungsfähige Angehörige.
Die Gewährung von Beihilfen an Tarifbeschäftigte basiert auf tarifvertraglichen Regelungen (§ 40 BAT, § 46 MTArb, bzw. § 20 Ausbildungstarifvertrag) und legt die BVO zugrunde. Dabei wird nach § 3a der BVO zwischen in der Krankenversicherung pflichtversicherten und freiwillig versicherten Beihilfeberechtigten unterschieden. Die Gewährung einer Beihilfe an pflichtversicherte Beihilfeberechtigte und deren Familienangehörige kommt nur in den Fällen in Betracht, in denen die Krankenkassen keine Leistungen vorsehen oder nur einen Zuschuss leisten.
Insbesondere sind dies Aufwendungen für Zahnersatz, Heilkur, Säuglings- und Kleinkinderausstattung, Empfängnis regelnde Mittel und Aufwendungen im Todesfall.
Nicht beihilfefähig sind solche Aufwendungen für die eine Krankenkasse Sachleistungen oder Dienstleistungen erbringt. Typische Beispiele sind Brillen, kieferorthopädische Behandlungen und die Zuzahlungen für Medikamente, Krankengymnastik, stationäre Behandlungen oder Kuren.
Beihilfen an freiwillig versicherte Tarifbeschäftigte werden wie bei privat versicherten Beamtinnen und Beamten berechnet, jedoch stets um den von der Krankenkasse erstatteten Anteil gekürzt.
Beihilfen werden nur auf Antrag gewährt. Die erforderlichen Antragsvordrucke sind bei den Personal verwaltenden Stellen oder bei der Festsetzungsstelle (seit 1.1.2000: OFD Koblenz -ZBV, Beihilfestelle Trier, Postfach 30 80, 54220 Trier) erhältlich.
Die Ausschlussfrist beträgt 2 Jahre, d.h. es können noch Beihilfen für Aufwendungen aus 1998 und 1999 geltend gemacht werden, wenn der Gesamtbetrag der Aufwendungen 200 DM, bzw. für Mitglieder von gesetzlichen Krankenkassen 50 DM, übersteigt.
Weitere Informationen zu diesem Thema liefert die Broschüre “Das Beihilferecht für Angehörige und Pensionäre des öffentlichen Dienstes des Landes Rheinland-Pfalz”, die die GdP und das Polizeisozialwerk (PSW) Rheinland-Pfalz neu herausgegeben hat. Der Autor, Regierungsdirektor Stephan Bremann, kommentiert und erläutert die neueste Fassung der Verordnung (Stand 1. 10. 1999) und der zugehörigen Verwaltungsvorschriften in allgemein verständlichen Worten. Ein Stichwortverzeichnis erleichtert die Handhabung damit keine Mark mehr durch Unkenntnis verschenkt wird, wie der Landesvorsitzende der GdP, Der Landesvorsitzende, im einleitenden Grußwort formuliert.
Die vom Verfasser vertretene Auffassung, nach dem 1.1.1999 eingestellte Beschäftigte haben keinen Beihilfeanspruch, ist rechtlich umstritten. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat mehrfach gegenteilig entschieden. Sollte Dein Beihilfeantrag mit dieser Begründung abgelehnt werden, wende Dich umgehend an Deine Personalvertretung oder an die GdP.
Die oben genannte “Beihilfefibel” kann vom PSW Rheinland-Pfalz GmbH, Forsterstr. 31, 55118 Mainz, Tel.: (06131) 96 00 90, Telefax (06131) 61 10 94 gegen eine Schutzgebühr von 14 DM (für GdP-Mitglieder 7 DM) bezogen werden.
Noch Fragen zum Thema Beihilfe für Tarifbeschäftigte? Du kannst mich über email: Annemarie.Grindel@ism.rlp.de erreichen. Bitte keine telefonischen Anfragen!
Annemarie Grindel


  50 Jahre Bereitschaftspolizei

Die Bereitschaftspolizei feiert Geburtstag. In diesem Jahr kann sie auf ein 50jähriges Bestehen zurück blicken. Am 8. Oktober 1951 hatte ein Vorkommando der neu aufgestellten Bereitschaftspolizei in einem ehemaligen Erholungsheim in Meisenheim am Glan ihren Dienst aufgenommen. Heute leitet die Direktion der Bereitschaftspolizei zwei Abteilungen mit fünf Einsatzhundertschaften einschließlich spezieller taktischer Einheiten, das SEK, die Polizeihubschrauberstaffel, das Polizeiorchester, die Diensthundeausbildungsstelle, die Medienzentrale und die Zentrale Aus- und Fortbildungsstelle.
Die Bereitschaftspolizei unterstützt die Polizeipräsidien und -einrichtungen bei der täglichen Kriminalitätsbekämpfung, Gefahrenabwehr und Verkehrssicherheitsarbeit mit Personal und besonderen Führungs- und Einsatzmitteln und stellt bei bundesweiten Großlagen und besonderen Einsatzsituationen in Rheinland-Pfalz den Polizeibehörden besonders ausgebildete und speziell ausgestattete Einheiten zur Verfügung. Besonders wirkungsvoll ist dabei das Rotationsmodell, das den Polizeipräsidien eine dauerhafte und in eigener Disposition verwendbare personelle Unterstützung gewährleistet. Das SEK übernimmt Eingriffsmaßnahmen mit hohem Gefährdungsgrad, zur Rettung von Menschen in Lebensgefahr und im geschlossenen Einsatz zur Lagebereinigung bei gewalttätig verlaufenden Demos.
Kontroll- und Überwachungsflüge bei der Fahndung und Suche und im Bereich des Umweltschutzes sind die wichtigsten Einsatzvorgaben für die Polizeihubschrauberstaffel. Das Polizeiorchester leistet einen wichtigen Beitrag in der Öffentlichkeitsarbeit und für das Image der Polizei. Die Medienzentrale kümmert sich um alles, was in der Foto- und Videotechnik einsatzmäßig zu bewältigen ist. Die interne Fortbildung in der Bereitschaftspolizei konzipiert die Zentrale Aus- und Fortbildungsstelle und führt sie auch durch. Ankauf, Ausbildung und Überprüfung der Einsatzfähigkeit der Polizeidiensthunde gehört ebenso zum Geschäft der Diensthundeausbildungsstelle wie die Aus- und Fortbildung der Diensthundeführer.
Nicht vergessen werden dürfen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Werkstätten, der Technik, den Küchen und der Verwaltung, die dafür Sorge tragen, dass der wichtige Service von Früh bis Spät und auch an Wochenenden, Sonn- und Feiertagen stimmt.
Der Leiter der Bereitschaftspolizei, Lothar Funk, kann zum 50.Geburtstag seiner Dienststelle mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Direktion, der Abteilungen und in den Organisationseinheiten zufrieden mit einem Glas Sekt anstoßen.


  Personelle Veränderungen

Aus aktuellem Anlass stellen wir in unserer Serie “Zur Person” in dieser Ausgabe den Kollegen Bernd Becker, Kreisgruppe Neuwied-Altenkirchen vor.
Bernd Becker hat in den 70er Jahren über die sehr aktive JUNGE GRUPPE der Kreisgruppe Altenkirchen den Weg zur Gewerkschaftsarbeit gefunden und war in der “alten” Kreisgruppe Altenkirchen zuletzt Stellvertretender KG-Vorsitzender. Seit 1993 ist er als Personalratsvorsitzender der Polizeidirektion Neuwied tätig und seit 1994 Vorsitzender der damals gegründeten Kreisgruppe Neuwied-Altenkirchen. Auf Landesebene ist er ebenso lang einer der Aktivposten im Fachausschuss Kriminalpolizei. “Entwicklungen mitgestalten und sich nicht von ihnen überrollen lassen”, dies ist nach eigenem Bekunden eine wichtige Maxime seiner Vertretungsarbeit.
Seine dienstliche Heimat ist die Kriminalinspektion Betzdorf, von der er sich schweren Herzens (und gegen den erklärten Willen seiner ihn trotzdem unterstützenden Frau) zugunsten der Personalratsarbeit getrennt hat.
In der Bezirksgruppe Koblenz trägt der Kollege Becker Verantwortung als Stellvertretender Vorsitzender. Nach der Pensionierung des Kollegen Winfried Hartenberger und dem Rücktritt des Bezirksgruppenvorsitzenden Detlef Maurer soll Becker im Geschäftsführenden Landesvorstand für Angelegenheiten der Kriminalpolizei verantwortlich zeichnen.
Die Redaktion der DP wünscht ihm gutes Gelingen.


  Bepo hoch belastet

Fragen der Personalentwicklung mit ihren Auswirkungen für die Bepo, die hohen Einsatzbelastungen, Problemstellungen der Tarifbeschäftigten, so z. B. in den Logistikbereichen der polizeilichen Einrichtung, aber auch Perspektiven der zukünftigen Ausbildungsstrukturen diskutierten Vertreter der GdP im Landes- und Bezirksvorstand mit dem Leiter der Bereitschaftspolizei, LPD Lothar Funk. An dieser Runde nahmen auch die Führungskräfte der verschiedenen Organisationseinheiten teil.
Derzeit hat die Bereitschaftspolizei Personaldefizite in der Einsatzstärke von mehr als 30 % zu verkraften. Durch starke Zulassungskontingente, Erziehungsurlaub, Teilzeitarbeit usw. sind die Einsatzhundertschaften drastisch reduziert. Einsatzbedürfnisse auf Landes- und Bundesebene für geschlossene Einheiten können derzeit nur noch durch Zusammenstellungen von Einheiten aus allen fünf Hundertschaften gewährleistet werden. Dies ist nicht für den geforderten Einsatzwert förderlich. Massive Personalgestellungen hat die Bepo derzeit auch im Bereich von Abschiebungen abgelehnter Asylbewerber bzw. bei vorbereitenden Maßnahmen (Vorführungen u. ä.) zu leisten.
Im Gespräch wurde deutlich, dass verschiedene Objektschutzmaßnahmen massive Kräfte binden. Sicherlich sind diese polizeilichen Maßnahmen bei den einzelnen Kräfteansätzen differenziert zu betrachten. Die GdP-Bezirksgruppe Bereitschaftspolizei vertritt die Auffassung, dass die Objektschutzmaßnahmen Staatskanzlei und Dr. Kohl in der Personalgestellung auf den Prüfstand müssen und die Objektschutzmaßnahmen in den eigenen Unterkünften der Bereitschaftspolizei an Tarifbeschäftigte übertragen werden können. Bepo-Chef Lothar Funk ist bereits im Sinne dieser Forderungen beim Innenministerium vorstellig geworden.
Bei Abschiebemaßnahmen stellte Funk dar, dass er derzeit interne Betrachtungen zu Optimierungsmaßnahmen anstellen lässt. Die Ergebnisse werde er mit der Personalvertretung bei der Bepo, aber auch mit der GdP diskutieren. Die GdP-Bezirksgruppe Bepo hat hierzu die Forderung erhoben, dass bestimmte Maßnahmen, z.B. reine Handlungen ohne Vollzugscharakter (Transportfahrten zur Erlangung von Ausweispapieren etc.), nicht mehr durch Polizistinnen/Polizisten durchgeführt werden.
In der Diskussion wurden auch die Logistikbereiche betrachtet. Durch die Verlagerung des Ausbildungsauftrages von der Bepo zur Landespolizeischule sind nach Darstellung des Bepo-Leiters zwangsläufig die Belegungszahlen in den Standorten abhängig von den Ausbildungsgängen der LPS. Die Verpflegungszahlen in den Großküchen haben sich stark verändert. Ängste bei den dort Beschäftigten um ihren Arbeitsplatz sind die Folge. Die Vertreter der GdP stellten im Gespräch mit den Führungskräften der Bereitschaftspolizei deutlich heraus, dass die Sicherung der Arbeitsplätze oberste Priorität haben muss. Über veränderte Ausbildungsverfahren könnte man die Standorte der Bereitschaftspolizei mit erhöhten Ausbildungskapazitäten belegen. Konkrete Planungen und Vorschläge zu Ausbildungsreformen wird die GdP in die notwendigen Diskussionen mit dem Innenministerium einbringen.
In dieser Gesprächsrunde konnten insbesondere die Führungskräfte neben dem Informationsaustausch mit den Gewerkschaftern auch den GdP-Funktionären Hinweise zu Motivationslage, Ängsten und Unzufriedenheiten der Bepo-Angehörigen geben. Die Gesprächsrunden wollen beide Seiten fortführen.
Helmut Knerr


  Aus dem HPRP

Rheinland-Pfalz unterstützt den Botschaftsdienst im Ausland durch die Entsendung eines Beamten oder einer Beamtin pro Jahr. Derzeit liegen Bewerbungen bis ins Jahr 2005 vor, so dass im Moment keine Bewerbungen mehr entgegen genommen werden, teilt das ISM mit.
Der Rahmendienstanweisung für den Datenschutz wurde nunmehr zugestimmt. Der Bruch des persönlichen Passwortes wurde der Entscheidung des Direktionsleiters oder eines vergleichbaren Vorgesetzten vorbehalten.
Im Einigungsverfahren von Präsidium und Gesamtpersonalrat Westpfalz wegen Beförderungen zu A 13 und A 12 wurde im zweiten Anlauf der Vorlage zugestimmt. Die Mitbestimmungsrechte der Personalvertretung bei der Festlegung gebundener Stellen wird durch ein Schreiben des ISM an die Behörden und Einrichtungen geregelt werden.
Der “Generalisierenden Verfahrensbeschreibung PersDat” wurde ebenfalls zugestimmt. Sie wird nach allgemeiner Übereinstimmung die Arbeit in den Dienststellen deutlich vereinfachen.
Ebenfalls zugestimmt wurde der Verfahrensbeschreibung “Automatisierte Datenverarbeitung für arbeitsmedizinische Untersuchungen (AVAU)”. Sie soll den Betriebsärzten ihre Arbeit erleichtern. Es wurde auf Anregung des HPRP festgelegt, dass sensible Daten nur mit dem ausdrücklichen Einverständnis der / des Untersuchten aufgenommen werden dürfen.
Zustimmung fand auch die “Generalerrichtungsanordnung / Verfahrensbeschreibung für eine Auswerte- und Analysedatei (GEA AUAD) zu repressiven Zwecken”; auch “Analyst-Notebook” genannt. Sie soll bei sehr komplexen Verfahren Licht ins Spurendickicht bringen. Landesweit sollen zunächst vier Analysten ausgebildet und eingesetzt werden. Ziel sei, die Analysemöglichkeiten allen Dienststellen zu Verfügung zu stellen.
Ernst Scharbach


  Neubau Verdienst der GdP

Heinz Rahm, Kreisgruppenvorsitzender, freute sich, in der Mitgliederversammlung die Fertigstellung des Erweiterungsbaues des Polizeipräsidiums im November dieses Jahres ankündigen zu können. Jahrzehntelang haben die Kolleginnen und Kollegen in Kaiserslautern hierauf gewartet. Ermöglicht wurde dies nicht zuletzt durch die vielen Aktivitäten der Kreisgruppe. Stellvertretend sei nur die Demonstration anlässlich des Tages der offenen Tür beim Polizeipräsidium Westpfalz genannt. Im Dezember sollen nun endlich die Polizeiinspektion 2 und Teile der Kriminaldirektion in den Neubau einziehen.
Nach einem kurzen Rechenschaftsbericht gab unser Gewerkschaftssekretär Thomas Will einen Überblick über die aktuelle Personalsituation. Zweigeteilte Laufbahn und Beförderungsperspektiven waren Themen einer sich anschließenden Diskussion.
Danach wurden die Kandidaten für die Listen Gesamtpersonalrat und Hauptpersonalrat gewählt. Die Wahlen für die örtliche Personalratsliste wurde zurückgestellt, um den Ortsgruppen Gelegenheit zu geben, einige Positionen noch zu diskutieren.
Für 40 Jahre Mitgliedschaft wurden Alois Breidt und Paul Alt, für 25 Jahre Uwe Barkanowitz und Peter Glöckner geehrt.
Jürgen Moser


  SPD-Mitglieder besuchen die PD Mainz

Am 22. August 2000 konnte der Polizeipräsident, Herr Kirchberger, die MdL Pörksen, Schweitzer, Fraktionsmitarbeiter Laux sowie den Innenstaatssekretär, Herrn Dr. Theilen, im PP begrüßen. Grund war ein Informationsbedürfnis über die Arbeitsbelastung der drei Mainzer Stadtinspektionen der PD Mainz.

Neben dem Hausherrn standen der L/PE, Herr Erfurt, L/PD Herr Ebeling, die Herren L/PI’en Zahn, Weins und Nauheimer sowie ein DGL, Herr Duckwitz, und eine Sachbearbeiterin Jugendkriminalität, Frau Slabenig, den Besuchern Rede und Antwort. Der Personalrat war durch den Vorsitzenden des Gesamtpersonalrates, Koll. Vinhoven, und den Vorsitzenden des Personalrates der PD Mainz, Koll. Busch, vertreten.
Die Themenpalette reichte von allgemeiner Darstellung der polizeilichen Arbeit in der Landeshauptstadt, nicht zuletzt in Anbindung an das Rhein-Main-Gebiet, die spezifischen örtlichen Besonderheiten der einzelnen Polizeiinspektionen, die tägliche Arbeit auf DG-Ebene, bis zur abschließenden Sachbearbeitung am Beispiel Jugendkriminalität, also ein breites Spektrum.
Das alles vor dem Hintergrund der Personalsituation, inklusive Lehrgangsbelastung, Fluktuation, Altersdurchschnitt und technische Ausstattung. Die einzelnen Themenbereiche wurden eindrucksvoll mit Zahlen und anhand von Beispielen unterlegt.
In dem Gespräch wurde deutlich, dass die Schwerpunkte des polizeilichen Auftrages, nämlich Prävention in allen Facetten und Strafverfolgung in ihrer vielfältigen Weise, aufgrund der hohen Ereignisdichte nicht immer konform gehen und den Idealvorstellungen entsprechen, sondern Prioritäten gesetzt werden müssen.

Daraus resultierend ergeben sich die Schlussfolgerungen:
- Erhöhte Sachbearbeitung durch hohes Kriminalitäts- und Unfallaufkommen
- Besondere Einsatzanlässe erfordern entsprechende personelle, arbeitszeitrechtliche und organisatorische Maßnahmen, die oft über den PD-Bereich hinausgehen.
- Kontinuierlich wachsendes Mehrarbeitszeitkonto mit wenig Aussicht auf Freizeitausgleich und begrenzter finanzieller Abgeltung
- Verringerter Erholungswert
- Hohe Personalfluktuation
- Hoher Anteil an längerfristig Auszubildenden

Die Gäste waren doch etwas überrascht, hatten sich die alltägliche Praxis der Polizeiarbeit in der Landeshauptstadt doch nicht so gravierend vorgestellt.
Bleibt den Herren Pörksen, Schweitzer und Laux zu danken, dass sie sich einmal vor Ort über die Probleme und Nöte der Hüter der öffentlichen Sicherheit und Ordnung informierten.
Es gibt viel zu tun...
Burkhard Busch


  Systemtechniker

Wieder ein Erfolg der GdP für Tarifbeschäftigte:
Systemtechniker (SB24) erhalten eine persönliche Zulage

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
nach zähem Ringen und wochenlangen Diskussionen hat das Innenministerium (ISM) jetzt eine Entscheidung zur Eingruppierung der Systemtechniker (SB24) bei den Polizeipräsidien veröffentlicht. Es geht um eine Eingruppierung in die Vergütungsgruppe IV a Fg. 1, Abschnitt B UA IV, Teil II der Anlage 1a BAT.
Bisher hatte das Innenministerium argumentiert, die Aufgaben im Bereich der Systemtechnik seien diesen Angestellten nicht auf Dauer übertragen. Vielmehr bestehe die Absicht, einen großen Teil der qualitativen Aufgaben später wieder zurück ins ISM bzw. zur ZPT zu verlagern.
Unsere Bedenken, ob eine Rückverlagerung in nächster Zeit möglich ist, wurde von unseren Kolleginnen und Kollegen aus der ZPT geteilt. Zwischenzeitlich trägt das ISM diesen Bedenken Rechnung und hat dies auch für die Eingruppierung der Systemtechniker umgesetzt.
Zwar wird nach wie vor davon ausgegangen, dass die Aufgabenübertragung nur temporär vorgesehen ist. Es wird aber bis zur endgültigen Entscheidung den Systemtechnikern eine persönliche Zulage in Höhe des Unterschiedsbetrages zur höheren Vergütungsgruppe gezahlt.
Annemarie Grindel


  Tennisturnier

In Wimbledon hatten die Deutschen am 28.6.2000 spielfrei. Sofort stand die Tennisanlage des TUS Kaisersesch im Mittelpunkt des Geschehens, weil dort das 2. Tennisturnier der Gewerkschaft der Polizei, Kreisgruppe PD Mayen, stattfand. Erstmals wurde neben schönen Sachpreisen um den Wanderpokal der Kreisgruppe, gestiftet von Wolfgang Mohrs, PVAG / Signal-Iduna-Versicherungen, Kaisersesch, gekämpft. Zu diesem Millenium-Turnier gingen 16 Kollegen bei herrlichem Wetter an den Start. Wie bereits im Vorjahr wurden 2 Gruppen gebildet und zwar eine leistungsstarke A-Gruppe und die weniger starke B-Gruppe, mit denen der Sportwart des TUS Kaisersesch, Kollege Werner Scheid, zuvor einige Trainingseinheiten auf den Plätzen absolvierte. Dadurch spielte auch diese Gruppe auf hohem Niveau, was Spielstärke und Motivation anbetraf. Erwartungsgemäß wurde in der A-Gruppe der Vorjahressieger Werner Scheid seiner Favoritenrolle gerecht und setzte sich in einem packenden Endspiel, das von sehr schönen Ballwechseln gespickt war, gegen Franz-Josef Reuter durch. Das Endspiel der B-Gruppe bestritten der Kreisgruppenvorsitzende Roland Bartsch und Andreas Scheler. Der Sieg von Andreas Scheler war hart umkämpft, denn Roland Bartsch konnte anfangs das Match noch offen gestalten, musste aber gegen Ende der “Jugend” gegenüber Tribut zollen. In geselliger Runde fand das gelungene Turnier seinen Abschluss.


  Positives Menschenbild erforderlich

In insgesamt 15 Sitzungen der Arbeitsgruppe II der Kommission Innere Führung entstanden in der Zeit von Juli 1996 bis Juli 1999 die neuen “GRUNDSÄTZE FÜR FÜHRUNG UND ZUSAMMENARBEIT IN DER POLIZEI RHEINLAND-PFALZ”. Am 21. Juli hat Innenminister Walter Zuber die als ansprechende Broschüre editierten Leitlinien dem höheren Dienst der rheinland-pfälzischen Polizei “verpflichtend übergeben”. In diesen Tagen haben alle Beschäftigten der rheinland-pfälzischen Polizei die neue Broschüre erhalten oder werden sie noch erhalten.

Ich kann mir lebhaft die Reaktionen vorstellen:
“Schon wieder eine teure Hochglanzbroschüre, an die sich keiner hält”. Oder: “Alter Wein in neuen Flaschen. Das Kooperative Führungssystem (KFS) haben wir seit 1974 und keiner hält sich dran”. Natürlich auch: “Was hat das wieder ein Geld gekostet, da hätten die besser Beförderungen mit gemacht”.
Aber wären nicht auch andere Reaktionen möglich, wie zum Beispiel:
“Endlich kümmert sich mal jemand darum, das KFS mit Leben zu erfüllen; Endlich beschreibt mal jemand konkret, welche Erwartungen sich an Vorgesetzte und Mitarbeiter richten; Endlich mal eine anschauliche Aufmachung - die bloße Veröffentlichung als tristes Rundschreiben hätte ja doch keiner gelesen”.
Ich persönlich hoffe jedenfalls, dass es auch positive Reaktionen gibt und geben wird - zumindest bei den Kolleginnen und Kollegen, die sich näher mit dem Papier befassen.

Gründliche Arbeit der AG
Indem ich dieser Hoffnung Ausdruck gebe, identifiziere ich mich mit diesen Grundsätzen. Dazu habe ich als Mitglied der Arbeitsgruppe II der Kommission Innere Führung, die mit der Erstellung dieser Grundsätze beauftragt war, auch guten Grund. Ich konnte mich als GdP-Vertreter in der Arbeitsgruppe aktiv und kreativ in die fundierten - teilweise auch fundamentalen - Diskussionen einbringen und so taten es auch die allermeisten anderen Arbeitsgruppenmitglieder, die einen Querschnitt aus möglichst vielen Funktionen der Polizei darstellten. Kein Konflikt wurde gescheut und mit langem Atem der jeweilige Standpunkt und die jeweilige (ebenenspezifische) Sichtweise eingebracht. Mindermeinungen wurden nicht untergebuttert, sondern intensiv besprochen - egal, ob sie von einem Gewerkschaftsvertreter oder vom Leiter der Arbeitsgruppe, Herrn Polizeipräsident Klaus-Jörg Weidmann, kamen. Der Erstellung der Leitlinien ging ein intensives Studium vorhandener Literatur und die Information über die Zusammenarbeit in anderen Organisationen voraus.

Was ist inhaltlich neu?
Der wichtigste Aspekt an der vorliegenden Arbeit ist, dass die Grundsätze nicht nur auf die Führung abzielen, sondern ganz bewusst die Zusammenarbeit mit in den Vordergrund stellen. Die Obersätze zu den einzelnen Elementen werden sowohl durch Grundsätze für Vorgesetzte, als auch für Mitarbeiter verdeutlicht. Dabei muss jedem klar sein, dass (fast) jeder Vorgesetzte gleichzeitig auch Mitarbeiter ist. Ein Polizeipräsident oder Direktionsleiter hat zu Recht die gleichen Erwartungen an seine Vorgesetzten, wie der Sachbearbeiter. Jeder Vorgesetzte sollte sich an dem messen, was er selbst von seinen Vorgesetzten erwarten kann. Über allem steht, dass Führung frei sein muss von persönlichen Voreingenommenheiten und geprägt von einem verfassungsgemäßen, positiven Menschenbild.
“In jedem steckt ein Könner”, dies ist der Leitsatz des Personalchefs eines mittelständischen deutschen Chemieunternehmens.
Aber es gibt auch berechtigte Erwartungen an die Mitarbeiter. Ein qualifizierter Sachbearbeiter kann Freiräume in der Aufgabenerledigung und Eigenverantwortlichkeit einfordern. Mitarbeit ist keine einseitig passive Angelegenheit. Von einem in aller Regel recht gut bezahlten Sachbearbeiter kann (spätestens wenn er/sie nach A 11 oder gar A 12 bezahlt wird) erwartet werden, dass er sich als Teil des Ganzen sieht und seiner Rolle auch durch Unterstützung und Beratung seiner Vorgesetzten gerecht wird - stets an gemeinsamen Organisationszielen orientiert.

Ergänzung des “KFS”
Neu ist auch, dass das Kooperative Führungssystem durch einige Elemente ergänzt wird. So wurde erkannt, dass die Kommunikation das Handwerkszeug von zentraler Bedeutung ist und dass die Fortentwicklung der Aufbau- und Ablauforganisation ständige Aufgabe aller Beschäftigten ist. Verdeutlicht wird, dass die Delegation von Aufgaben und Verantwortung auf die nachgeordnete Linienebene ständige Prüfaufgabe von Vorgesetzten ist.
Die Einstellung muss stimmen.
Nun ist es allerdings nicht so, dass hier konkrete Handlungsanleitungen nachlesbar wären, die wie eine Checkliste abgehakt werden könnten. Nein, jeder, der die neuen Grundsätze liest, wird schnell feststellen, dass Idealzustände beschrieben werden, die sehr viel mit innerer Grundeinstellung zum Zusammenleben im Beruf zu tun haben. Es ist also nicht oberflächliches Lesen, Abheften und in der Folge etwas Schauspielerei angesagt, sondern intensive Befassung, Überdenken der eigenen Haltung, Verinnerlichung und - falls erforderlich - behutsame Verhaltensänderung.

Und die Gewerkschaft?
Was hat nun dieser Artikel in einer Gewerkschaftszeitung zu suchen?
Viel einfacher - so werden manche sagen - wäre es für einen Gewerkschafter, sich zurückzulehnen, die Dinge geschehen zu lassen und gegebenenfalls später im Chor der destruktiven Kritiker mitzusingen. Ein wenig Mut gehört dazu, das Gegenteil zu tun und klar zu sagen:
* Getreu dem Grundsatz “Entwicklungen mitgestalten und sich nicht von ihnen überrollen lassen” hat die GdP mit ihren Vertretern aus Gewerkschaft und Hauptpersonalrat aktiv und konsequent an den Leitlinien mitgewirkt.
* Die GdP bedankt sich bei allen, die sich in die Entwicklung der Grundsätze engagiert eingebracht haben.
* Das Ergebnis wird inhaltlich von der GdP positiv bewertet.
* Die GdP will dazu beitragen, dass diese Grundsätze in der Praxis Beachtung finden und nicht pervertiert werden.
* Das hohe Maß an Verbindlichkeit der Grundsätze wird es Vorgesetzten und Mitarbeitern, denen ein leitbildorientiertes Verhalten fremd ist, immer schwieriger machen, ihren überkommenen Führungs- und Arbeitsstil zu pflegen.
Ich gebe zu: Das ist alles nichts für Leute, die ihre Polizei innerlich abgeschrieben haben, die grundsätzlich pessimistisch eingestellt sind, die Hoffnung aufgegeben haben - aber wer will zu denen schon gehören.
Bernd Becker